Ich habe Geburstag. Ich starre auf den Bildschrim meines Laptops. Ich betrachte meine Finger, die sich nicht bewegen. Sollten sie aber. Ich werde 33 Jahre alt und das sollte doch einen Blogbeitrag wert sein… Anstelle dessen betrachte ich meine Finger und warte auf eine Eingebung.

„Ich bin jetzt ’ne Mutti.“, denke ich.

Ich werfe meine Stirn in Falten. Ich sehe kurze Fingernägel, die zwar schnell abgeschnitten, aber nicht in Form gepfeilt sind. Wenigstens sind sie sauber. Ok, ehrlich gesagt sind wenigstens 9 von 10 sauber. Nagellack hatte ich schon gefühlt ewig nicht mehr dauf. Im letzten Jahr mit Baby nur einmal. Ist ja eigentlich auch gesünder… Zur Hochzeit meines Bruders. Und da habe ich mir die Fingernägel an meinem Lieblingsort lackiert – im Auto. Dort schläft das Kind im jungen Alter ganz gut und man muss ja eh still sitzen. Was sehe ich sonst noch? Trockene Haut. Die habe ich immer im Winter und sonst auch viel. Hm, dagegen müsste ich mal was tun, wenn ich mehr Zeit hätte…

Mein Blick fällt auf meinen Ehering. Ich lächle. Unsere Hochzeit war traumhaft. Nach den zahlreichen Hochzeiten, die ich mit meinem Mann zusammen als Videografen begleitet habe, hat der Tag der Tage nichts an Magie für mich verloren. Und dann schaue ich auf meine linke Hand. Dort sitzt mein Verlobungsring, der mir genauso wichtig ist. Immerhin musste ich elf Jahre auf den Moment warten. Es hatte sich gelohnt. Ich bin in Gedanken an einem wunderschönen Strand in Thailand. Ich strahle. Mein Blick wandert und nimmt die Schiene meines Handgelenks wahr. Das linke Handgelenk. Sehenscheidenentzündung. Vom Tragen meiner Tochter. Linke Hand trägt die Kleine; rechte Hand macht Essen fertig, räumt auf, steckt dreckige Wäsche in die Trommel oder hält den Staubsauger.

Ist das eine Art Abzeichen für tolle Mütter? Nein.

Bin ich eine „Mutti“? Ja.

Schlimm? Nein.

Denn hinter jeder Mutti steckt auch eine Frau.

Eine, die schon viel erlebt und gemacht hat.

Das wird mir mit einem Mal klar. Das ist meine Eingebung für diesen Beitrag. Denkt immer dran, wenn ihr Euch selbst mal wieder langweilig als „Mutti“ fühlt oder ihr euch bei dem Gedanken ertabt, eine andere Mama so betiteln zu wollen.

Ich bin nicht nur ’ne Mutti. Ich stelle mich vor:

100 Fakten über mich

  1. Ich wohne in Dortmund auf dem Land.
  2. Ich bin glücklich verheiratet mit meinem ersten Freund.
  3. Meine Tochter kam neun Tage früher, natürlich und spontan zu Welt.
  4. Ich bin geboren in einem Dorf in Schlesien, dem polnischen Ruhrgebiet.
  5. Ich habe drei Geschwister und bin das jüngste Kind.
  6. Mit vier Jahren ist meine Familie nach Deutschland umgesiedelt.
  7. Ich bin in der mittelgroßen Stadt Witten im Ruhrgebiet aufgewachsen.
  8. Meine Mutter ist gelernte Buchhalterin, konnte aber in Deutschland nicht in ihrem Beruf arbeiten.
  9. Mein Vater ist gelernter Elektriker, hat aber als Küster seine wahre Berufung gefunden.
  10. Meine Eltern haben sich für uns Kinder aufgeopfert.
  11. In Polen haben wir in einem großen Haus mit Garten, Hund und Hühnern gelebt.
  12. Meine sechsköpfige Familie hat sich eine 89 qm Wohnung geteilt und mir hat es nichts ausgemacht.
  13. Auf unserem Riesen-Schnauzer Alex bin ich als Kind manchmal geritten.
  14. Als Kind habe ich immer gerne mit Pappkartons gespielt.
  15. Ich habe kleine Höhlen gebaut, in denen ich mein eigenes kleines Reich hatte.
  16. Rotkäppchen war mein Lieblingsmärchen, das meine Oma mir erzählt hat.
  17. Unseren Sommerurlaub haben wir größtenteils in Polen bei meiner Tante verbracht.
  18. Da habe ich mein Urlaubsgeld für Eis ausgegeben. Teilweise sogar sieben Eis am Tag.
  19. Meine Eltern haben noch das Haus in Polen, in dem eine selbst gebaute kleine Ferienwohnung ist.
  20. Als Kind habe ich nie Hörspiele gehört und freue mich schon darauf dies mit meiner Tochter zu tun.
  21. Ich war mal im Kinder- und Jugendparlament der Stadt Witten.
  22. Meine Geschwister und ich sind allesamt sehr verschieden und doch irgendwie gleich.
  23. Seitdem wir erwachsen sind, verstehen wir Kinder uns sehr gut und sehen uns viel.
  24. Ich habe eine Schilddrüsenunterfunktion.
  25. Ich wurde mit sieben Jahren von einem Fahrrad angefahren und habe mir das Jochbein dabei gebrochen.
  26. Ich hätte gern als Kind Ballett gemacht.
  27. Ich habe bis zu meinem 16. Lebensjahr drei Tage die Woche Tischtennis im Verein gespielt.
  28. Ich habe mich gegen die Empfehlung meiner Familie für Informatik als Wahlfach in der Schule entschieden und wurde mit Erfolg dafür belohnt.
  29. Ich fand Indien als Teenager toll und wollte sogar ein Tattoo in Hindi haben.
  30. Mit Ende 20 bin ich mit meiner Schwester nach Indien gefahren und fand Indien schrecklich.
  31. Ich habe kein Tattoo, obwohl ich immer schon eins haben wollte.
  32. Als Kind habe ich mich auswärts nicht getraut zu sagen, was mir nicht schmeckt wie z.B. Graupensuppe und habe es dennoch gegessen.
  33. Im Kindergarten konnte ich noch nicht genug Deutsch, um meine Lieblingsfarbe Rosa für ein Boot aus Eierschachteln auszuwählen. Es wurde ein grünes Boot.
  34. Meine Lieblingsfarbe war nach dem Erlebnis als Kind Grün.
  35. Jetzt ist meine Lieblingsfarbe Senfgelb.
  36. Ich mag die grünen Gummibärchen am liebsten.
  37. Ich umarme Menschen zur Begrüßung auch wenn ich sie noch kaum oder gar nicht kenne.
  38. Ich war immer schlecht in Latein und habe da sogar mal eine sechs geschrieben.
  39. In Mathe war ich immer gut.
  40. Ich kann nicht Malen.
  41. Ich liebe es kreativ zu sein und Ideen sprudeln zu lassen.
  42. Ich liebe den Duft von Kaffee, aber er schmeckt mir nicht.
  43. Ich esse keine Pilze wegen ihrer Konsistenz und nicht wegen des Geschmacks.
  44. Ich trinke gerne Earl Grey, außer in der Schwangerschaft. Da hat er mir nicht geschmeckt.
  45. Ich habe mit 16 alles in Bewegung gesetzt, damit ich mir dank Stipendien ein Auslandsjahr leisten konnte.
  46. Ich habe das 11. Schuljahr auf einer kleinen Insel namens San Juan Island vor Seattle, USA, verbracht.
  47. Im Auslandsjahr habe ich mein Schüchternheit verringert und Selbstbewusstsein gewonnen.
  48. Mein exotischster Nebenjob war es die Decks von kleinen Yachten zu wachsen.
  49. Ich habe im Auslandsjahr 20 kg in 2 Monaten zugenommen und mich dennoch wohler in der Haut gefühlt als vorher.
  50. Meine Gastschwester hat mir etwas anvertraut, das mich immer mal wieder beschäftigt.
  51. Ich hatte Physik und Englisch als Leistungsfach im Abitur und habe keine Lektüre in der Oberstufe ganz gelesen.
  52. Meine Mutter hat mich zu allen möglichen Aufführungen ins Theater, in dem sie gearbeitet hat, mitgenommen, damit ich es kennenlerne. Ich habe es damals gehasst. Jetzt bin ich dankbar dafür.
  53. Mein schönster Urlaub war in Kirgistan, wo mein Mann und ich nur deswegen hingefahren sind, weil wir das Land überhaupt nicht kannten.
  54. Einer der schlimmsten Stunden meines Lebens habe ich in Angst und unter Schmerzen auf dem Rücken eines Pferdes in der Mongolei verbracht.
  55. Ich bin schon zweimal mit der Transsibirischen Eisenbahn gefahren.
  56. Ich habe zwei Monate in Beijing gelebt und dort einen Chinesisch Sprachkurs gemacht.
  57. Ich habe einen Monat lang ein Praktikum bei einem entfernten Verwandten an der Küste Chinas gemacht und mich dort gar nicht wohl gefühlt.
  58. Ich habe ein halbes Jahr ein Praktikum bei Henkel gemacht und dort die beste Chefin gehabt, die ich bisher hatte. Das habe ich ihr leider noch nie gesagt.
  59. Ich konnte im Rahmen eines Controlling Praktikums bei Thyssen Krupp eine Jungfernfahrt eines Containerschiffes mitmachen.
  60. Ich habe durch diverse Praktika und Jobs schon alles Mögliche im Marketing „verkauft“ wie Geschirrspültabs, Hämorrhoidencreme, Schnarchstopps, Naturkosmetik, Warzenvereiser, Natur Matratzen, Tiefkühlkost sowie gluten- und laktosefreies Essen.
  61. Ich habe im Studium in der gehobenen Gastronomie gekellnert und an meinem ersten Tag 18 Stunden mit nur einer 15 Minuten Pause gearbeitet.
  62. Ich wollte mal einen Triathlon machen und habe dann festgestellt, dass ich Laufen und Radfahren als Sport nicht mag.
  63. Ich fahre mit dem Rad zur U-bahn Haltestelle und dann weiter mit der Bahn zur Arbeit.
  64. Ich habe für einen früheren Job täglich 150 km mit dem Auto auf der A40 quer durchs Ruhrgebiet verbracht und es hat mir zu der Zeit nichts ausgemacht.
  65. Ich habe im Studium einen Polnischkurs gemacht, damit ich auch Lesen und Schreiben auf Polnisch kann.
  66. Ich habe mit meinem Mann im Studium zusammen einen Italienischkurs belegt, dessen Kursbescheinigung ich immer noch nicht abgeholt habe.
  67. Ich habe mich nach meinem Auslandsaufenthalt sehr stark in der Schüleraustauschorganisation AFS e.V. engagiert und jahrelang den Komiteevorsitz gehabt.
  68. Durch meine ehrenamtliche Arbeit habe ich viel über das Organisieren und Motivieren gelernt.
  69. Ich wollte bis zu einem Praktikum am physikalischen Lehrstuhl der Uni in der 12. Klasse Physik studieren.
  70. Ich habe Wirtschaftswissenschaften auf Diplom studiert und es nicht bereut.
  71. Ich habe mein Studium trotz eines freiwilligen Praxissemesters innerhalb der Studiendauer geschafft, da ich mein Grundstudium um ein Semester gekürzt habe.
  72. Meine Freunde im Studium haben mich die „Cliquenmama“ genannt.
  73. Ich habe meine Diplomarbeit mit dem reißerischen Titel „Die Produktlebenszyklusrechnung unter Berücksichtigung der Dynamik und des Risikos“ geschrieben.
  74. Ich habe bei einem Psychologengespräch eines mehrstufigen Auswahlverfahren geweint. Ich hatte nicht damit  gerechnet, aber den Job dennoch bekommen.
  75. Ich habe geweint, als ich meinem Chef damals gekündigt habe, da ich noch nie Schluss gemacht habe.
  76. Ich werde in meinem Arbeitsleben immer mit zusätzlichen Sonderaufgaben betraut.
  77. Ich hatte früher ungewollt und unbewusst einen sehr barschen Emailstil, bis mich endlich jemand darauf ansprach.
  78. Ich habe meiner Schwester früher alles nachgemacht. Auch Ihren Musikgeschmack wie Roy Black oder Celin Dion.
  79. Zusammen mit meinem Mann haben wir ein Videografie Unternehmen aufgebaut.
  80. Ich liebe die Selbstständigkeit, auch wenn ich es als viel kraftraubender empfinde als ein Angestelltenverhältnis.
  81. Ich habe ein Gespür für einen schönen Bildaufbau.
  82. Ich komme schnell mit Menschen auf ein warmes persönliches Level.
  83. Ich habe in den letzten drei Jahren der Selbstständigkeit mehr gelernt als jemals zuvor.
  84. Ich bin ein Serienjunkie … durch und durch … seit „Mila Superstar“ als Kind.
  85. Ich habe fünf Hühner vom Aussterben bedrohter Nutztierrassen, um eigene Eier zu haben.
  86. Ich habe unsere Golden Retriever Hündin Amy über eBay Kleinanzeigen gefunden.
  87. Mein Haus steht auf fast 2.000 qm Grundstück und ist über 100 Jahre alt.
  88. Am liebsten baue ich Zucchini an, weil das immer gelingt und mir das viel Freude macht.
  89. Ich interessiere mich für Permakultur, also Gärtnern mit der Natur, und würde da gern mehr drüber wissen.
  90. Ich habe bisher viele VHS-Kurse besucht von Kochkursen über Softwareprogramme bis zum Nähen und Yoga.
  91. Ich liebe es in die Bücherei zu gehen. Das ist für mich wie einkaufen ohne zu bezahlen.
  92. Ich habe aktuell zwei beste Freundinnen, die ich zwar vom Studium her kenne, aber mit einer von ihnen habe ich keinen einzigen Kurs besucht. Mit der anderen nur zwei.
  93. Immer wenn ich etwas für mich kaufen möchte, höre ich die Stimme meiner Mutter im Ohr „Brauchst Du das wirklich?“ und lege es häufig wieder weg.
  94. Mich beschäftigt der Tod der Tante meines Mannes nach zwei Jahren immer noch, weil ich sie so gern hatte und ich in ihr ein Vorbild sah.
  95. Ich bügle selbst Bügelfaltenhosen nicht, weil ich sie geschickt zum Trocknen aufhänge.
  96. Umweltbewusstes Handeln ist mir enorm wichtig und ich versuche anderen durch mein Verhalten Alternativen aufzuzeigen.
  97. Ich wäre gern eine aufmerksamere Freundin, die zu Geburtstagen rechtzeitig anruft und Weihnachtskarten schreibt.
  98. Mich inspirieren Zitate und Sprüche ungemein. Dabei leitet mich Gandhis Spruch „Sei selbst die Veränderung, die Du für die Welt willst.“.
  99. Ich kann Stille nur mit wenigen Menschen aushalten. Mit diesen genieße ich sie aber.
  100. Ich möchte Bloggerin sein und andere Menschen mit meinen Worten inspirieren oder sogar berühren.

 

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