Was ist eine Kleidertauschparty?

Wir sind dreizehn Frauen in meinem Wohnzimmer. Ich stehe in einem gold-glitzernden etwas zu engem Stretchkleid in der Mitte des Raumes und strahle über beide Ohren. Schätzungsweise 200 Kleidungsstücke sind auf dem Sofa, Couchtisch und Boden verteilt. Es ist laut. Man hört wildes Geschnatter und vor allem viel Lachen. Unsere Hundedame Amy liegt entspannt unter dem Esstisch, an dem vier Frauen sitzen, etwas Sekt oder Wasser trinken und in ein Gespräch vertieft sind. Eine ist auf dem Weg zur Toilette mit einem Sommerkleid in der Hand. Zwei Frauen stehen vor einem Spiegel, der mitten im Wohnzimmer steht. Sie betrachten sich darin und zuppeln an der Tunika und Pullover herum, die sie sich gerade angezogen haben. Die übrigen fünf Frauen beugen sich über die mehr oder weniger ordentlichen Stapeln an Kleidungsstücken und heben eins nach dem anderen hoch, um sie besser zu betrachten. Man spürt die gute Laune der Gäste. Freude erfüllt den Raum.

Kleidertauschparty – der etwas andere Mädelsabend

So sieht eine Kleidertauschparty aus. Jedenfalls meine letzte Kleidertauschparty zu meinem Geburtstag. Mittlerweile ist es glaube ich meine vierte oder fünfte Kleidertauschparty, die ich bei mir zu Hause selbst veranstaltet habe. Ich bin also Kleidertauschpartyerfahren 🙂 Und meine Erfahrungen und Tipps möchte ich mit Dir teilen.

 

Wie funktioniert eine Kleidertauschparty?

Das Prinzip ist: Jede mistet in ihrem Kleiderschrank aus und bringt so viel oder so wenig wie sie mag mit. Ob 1 oder 100 Teile. Getauscht werden Kleidung, Schuhe und Accessoires. Alles wird zusammen gestapelt und dann wird durch Zufall die Reihenfolge, wer zuerst einen Stapel der Wahl durchgucken kann, bestimmt. Letztendlich gucken alle parallel durch und probieren ganz viel an. Jede nimmt das mit, was sie mag. Das was übrig bleibt, nimmt die ursprüngliche Eigentümerin mit oder lässt es da. Der Rest kommt zu einer gemeinnützigen Kleidersammlung.

 

 

Für Deine eigene Kleidertausch Party gebe ich Dir:

  • 12 gute Gründe

  • 1 Ablaufplan zum Nachmachen

  • 6 praktische Tipps

  • 2 kostenlose Freebies

 

 

Wieso organisiere ich überhaupt eine Kleidertauschparty?

Als Mama habe ich chronisch einfach immer zu wenig Zeit. Ich muss gut mit dieser haushalten. Und wenn es irgendwie geht mit einem Abwasch mehrere Probleme gleichzeitig lösen. Ich hatte das Problem, dass a) mein Kleiderschrank zu voll war und b) ich nichts zum Anziehen hatte. Frauen verstehen die Logik dieses Satzes. Dieses Jahr habe ich mir auch noch zum Vorsatz gemacht, nur noch nachhaltige Mode zu kaufen. Meine Freundinnen habe ich schon teilweise lange nicht mehr gesehen. Und dann hatte ich auch noch Geburtstag, den ich dieses Jahr auch wirklich feiern wollte. So kam mir in den Sinn, wieder eine Kleidertauschparty zu organisieren. Für mich vereint die eigene Kleidertauschparty viele schöne Ansätze mit ganz viel Lebensfreude. Ich habe Dir mal 12 Gründe für eine Kleidertauschparty zu Hause aufgeschrieben:

12 gute Gründe für eine Kleidertauschparty zu Hause

1. Du mistest mehr aus.

Meiner Erfahrung nach mistet man seinen eigenen Kleiderschrank großzügiger für eine Kleidertausch-Party aus, als man für die Altkleidertonne tun würde. Dadurch schaffst Du viel mehr Platz. Immerhin gehen dann die Fehlkäufe und Kleider, die leider nicht mehr passen, an die Freundinnen weiter. Die Sachen sind gut aufgehoben. Sie werden nicht geschreddert, sondern erfreuen liebe Menschen und werden noch weiter geschätzt. Das ist eine viel stärkere Motivation auszumisten.

 

2. Minimalismus fühlt sich gut an.

Minimalismus befreit. Das kann man in vielen Blogs, Magazinen und Co immer wieder lesen. Und wenn man es mal selbst ausprobiert hat, kann man das nachempfinden. … Wie glücklich ich war, als ich die Gewürze mal ausgemistet habe… 🙂 Natürlich bekommst Du auch viele neue Teile dazu. Aber nach der Kleidertausch-Party hast Du weniger und vor allem nur Sachen im Schrank, die Du auch trägst.

 

3. Du sparst Zeit.

Natürlich könntest Du auch so ausmisten. Wenn Du Zeit hättest, könntest Du von all diesen Dingen dann auch Fotos machen und beispielsweise bei Kleiderkreisel, ebay Kleinanzeigen und Co online verkaufen. Oder Du stellst Dich für einen Sonntag auf einen Flohmarkt. Vielleicht verkaufst Du dann genau die gleichen Teile für ein paar Euro. Und mit dem Geld kannst Du dann wieder selbst auf die Suche gehen – Online, in Fair Fashion Läden oder auf Flohmärkten. Wer Du schon mal was gebraucht verkaufen wolltest, wirst Du mir zustimmen, dass das unter Umständen sehr Zeit aufwendig ist. Die Zeit habe ich aber gerade nicht.

 

4. Du sparst Geld.

Gebrauchte Sachen sind günstiger als neue Sachen. Und die Kleider aus der Tauschparty sind sogar umsonst. Das heißt, Du mistest Sachen aus, die Du sowieso nicht mehr brauchst und damit für dich keinen Wert mehr haben. Und im Gegenzug bekommst Du Kleider geschenkt, die Du sonst hättest wo anders kaufen müssen.

 

5. Du schützt das Klima.

Bei der Herstellung und Verarbeitung von Baumwolle oder anderen Materialien wird viel Energie verwendet. Und dann kommt noch der ganze Transport der Teile dazu. Zwar kannst Du auf Bio-Baumwolle zurück greifen oder darauf achten, dass die Kleidung in Deutschland oder zumindest in Europa verarbeitet wird. Damit ist schon sehr viel geholfen. Dennoch fällt einiges an CO2 dabei an, was für das Klima schädlich ist. Wenn Du Gebrauchtes nutzt, sparst Du das komplett ein.

6. Du trägst mehr fair fashion.

Ob nun das Grundwasser in dritte Welt Ländern, der Pestizidverseuchte Baumwollarbeiter oder junge Mädels in Bangladesh. Es gibt viele gute Gründe auf Fair Fashion und Nachhaltigkeit bei Mode zu setzen. Mit Gebrauchter Kleidung musst Du den Motor der normalen Modeindustrie auch nicht weiter unterstützen und schaffst damit eine weitere Alternative zu kreativen nachhaltigen Modelabels. Denn gebraucht ist auch Fair Fashion.

 

7. Du probierst eher etwas Neues aus.

Beim Ausmisten von mehreren Frauen, kommen viele verschiedene Kleidungsstücke zusammen. Jede hat einen anderen Geschmack und das sieht man ganz besonders an der Kleidung. Wenn Du auf der Kleidertauschparty bist, macht es Spass Sachen anzuprobieren. Und vielleicht entdeckst Du dabei, dass Dir genau das eine Kleid richtig gut steht, welches Du sonst nie anprobiert hättest. Manchmal weißt Du auch nicht, ob man das eine Kleid, Rock oder Jacke wirklich im Alltag tragen würde. Da Du aber nichts dafür bezahlen musst, kannst Du es einfach ausprobieren. Und wenn Du merkt, dass Du es doch nicht trägst, bringst Du es einfach zur nächsten Tauschparty wieder mit.

 

8. Du nimmst nur das, was Dir steht.

Du hast Deine Stylistinnen dabei. Gerade wenn man mal neue Sachen ausprobiert, ist man häufig etwas unsicher. Dann ist es besonders hilfreich, wenn man die Freundinnen dabei hat. Sie können Dir direkt sagen, ob Dir die Hose oder das Kleid steht.

9. Schenken macht Dir Freude.

Eigentlich hat man meist mehr Spass daran, anderen etwas zu schenken, als selbst etwas geschenkt zu bekommen. Gerade wenn Du eigene Lieblingsteile ausmistest, weil sie nicht mehr passen. Oder Du verbindest mit bestimmten Kleidungsstücken eine schöne Geschichte, auch wenn Du das Stück selbst nicht mehr anziehen magst. So ist es doch schön, wenn gute Freundinnen diese Sachen weiter tragen. Wenn sie es anprobieren, siehst Du deren Freude. Und auch noch Monate später freust Du Dich, wenn die Sachen tatsächlich im Alltag angezogen werden.

 

10. Du tust etwas Gutes.

Die Kleidungsstücke, die kein neues zu Hause bei Deinen Freundinnen gefunden haben, kannst Du wieder mitnehmen, wenn Du magst. Meistens ist es dann aber für immer ausgemistet. In diesem Fall werden die Sachen dann einer gemeinnützigen Einrichtung gespendet. Das ist dann nur etwas anonymer und Du siehst die Sachen nicht wieder. So schenkst Du es aber auch und erfreust damit andere.

11. Du lernst neue Leute kennen.

Ich habe häufig bei meinen Kleidertauschpartys meine Mädels gebeten, dass jede einen weiteren Gast mitbringt. Meistens eine Freundin der Freundin, die man vielleicht noch nicht so gut kennt. Dadurch bekommt man in die Kleidertauschpartys „frisches Blut“, was gut sein kann, wenn man im gleichen Kreis schon häufiger getauscht hat. Und auch so macht es eine Kleidertauschparty einfach vielfältiger. Auf diesem Wege lernst Du neue liebe Menschen kennen.

 

12. Du hast einen schönen Abend.

Du verbringst einen schönen Abend mit Deinen Mädels, bei dem Du etwas bummelst, Klamotten anprobierst, viel geschenkt bekommst und dich nett unterhälst. So eine Kleidertauschparty macht einfach irre viel Spass.

 


Wie organisiere ich eine Kleidertausch Party zu Hause?

1 Ablaufplan zum Nachmachen

  1. Frühzeitige Einladung damit man Zeit hat zum Ausmisten. Für die Einladung habe ich für Dich ein Freebie erstellt 🙂
  2. Alle kommen bei Dir zu Hause an und fangen an ihre Sachen nach Kleiderarten wie Hosen, Kleider, Pullover, … in Stapeln zu sortieren. Jeder Stapel braucht eine Beschriftung; sonst verliert man den Überblick. Dazu habe ich Dir auch ein Freebie erstellt 🙂 Parallel können alle schon einmal was trinken, essen und sich nett unterhalten.
  3. Dann kommt der Zufall ins Spiel. Wir haben alle eine (Skat-) Karte gezogen. Diejenige, die die höchste Karte also ein Ass hatte, durfte sich zuerst einen Stapel aussuchen. Die zweithöchste danach und so weiter. Wenn Zwei die gleiche Karte hatten, mussten sie Schnick-Schnack-Schnuck machen. Ohne Brunnen versteht sich 🙂 So ist es bei der Verteilung der Klamotten fairer aufgeteilt und vor allem trauen sich dann alle auch an die Stapel. Niemand möchte den Eindruck erwecken gierig auf die Klamotten zu stürzen, obwohl alle sehr neugieig sind. So hat man einen guten Startpunkt. Alternativ geht natürlich auch ein Würfel.
  4. Und dann schauen alle Mädels alle Stapel durch und probieren Sachen an. Sie fragen nach der Meinung der anderen und suchen sich schöne Dinge aus. Die Sachen, die man für sich gefunden hat, legt man in einen separaten Bereich ggf. direkt in die eigene Tasche oder den Wäschekorb.
  5. Wenn alle durch sind, ist es schön, wenn jeder ein paar seiner neuen Lieblingsteile zeigt. So weiß man, von wem man das neue tolle Kleid hat und beide freuen sich – die Schenkende und die Beschenkte. Das muss man aber nicht machen. Manchen ist das etwas peinlich. Ich frage aber gerne bei meinen liebsten Errungenschaften von wem sie stammen, damit ich mich bedanken kann. Danke Nicola an dieser Stelle für das tolle goldene Kleid!
  6. Und meist bleibt noch einiges übrig an Sachen, die kein neues Zuhause gefunden haben. Jede kann dann nochmal entscheiden, ob sie ihre Sachen wieder mitnehmen will oder nicht. Dafür gibt es viele verschiedene Gründe.
  7. Der Rest an Klamotten muss von der Gastgeberin oder einem Gast zu einer gemeinnützigen Kleidersammlung gebracht werden. Das können Kleiderkammern der Kirchen, Flüchtlingsunterkünfte, gemeinnützige Second Hand Läden, … sein. Ich würde persönlich Kleider-Container nicht empfehlen, da dann häufig die Sachen geschreddert werden. Dafür sind sie mir zu schade.

 

6 praktische Tipps für Deine Kleidertauschparty

  • Der beste Zeitpunkt ist eigentlich Januar, da man „zwischen den Jahren“ häufig den Wunsch verspürt auszumisten. Ansonsten ist der Beginn von Frühling und Herbst auch eine sehr gute Zeit. So kann man dann saisonal ihre Sommer- und Wintersachen tauschen.
  • Sage genau, was alles getauscht werden kann. Kleidung, Schuhe, Accesoires, Schals, Mützen, Kosmetik, Bücher. Reste sollen dann im Zweifelsfall wieder mitgenommen werden, wenn man dafür keine Lösung hat – das ist meist bei Kosmetik oder Accessoires der Fall.
  • Achte darauf, dass die Konfektionsgrößen Deiner Gäste ähnlich sind. Eine Spanne von 36-42 hat bei uns gut gepasst. Es sollte nur nicht eine dabei sein, die mit Größe 34 niemanden zum tauschen hat.
  • Jeder sollte auch einen Wäschekorb oder Ähnliches für die Kleidung mitbringen. Es hat sich bewährt diese zu markieren, da man manchmal den eigenen Wäschekorb nicht wieder erkennt, da sie entweder die gleichen sind, oder sehr ähnlich.
  • Kläre im Vorfeld, wohin die komplett ausgemisteten Kleidungsstücke hinkommen sollen. Dann können alle entscheiden, ob sie die eigenen Sachen dahin lassen möchten oder doch lieber mitnehmen. Außerdem sollte man das nicht unterschätzen und die Logistik klären. Bei uns fallen schon in der Regel 3-4 blaue Säcke an.
  • Habe für die Reste geeignete Behälter zum Transport. Im Zweifelsfall gehen auch die großen festen Abfallsäcke. Diese bitte aber in Recycling Qualität kaufen 🙂
  • Und auch wenn Du denkst, dass der Kleidergeschmack und -Größen Deiner Freundinnen zu Dir passen, geht die Party meist dennoch für alle Beteiligten gut aus. Jeder findet immer irgendetwas. Und Du bringst ja auch nur das mit, was Du sowieso nicht mehr brauchst. Du kannst also nur dabei gewinnen.

 


2 kostenlose Freebies für Deine Kleidertauschparty

Um Deine Kleidertauschparty noch schöner und einfacher für Dich zu machen, habe ich Dir zwei Freebies vorbereitet.

  1. drei farbliche Alternativen für Deine individualisierte Einladung

  2. praktische Schilder für die Kleiderstapel

 

1. kostenlose Freebie: eine individualisierte Einladung

Um es Dir so einfach wie möglich zu machen, habe ich eine Einladung für Deine eigene Kleidertauschparty entworfen. Da jeder einen eigenen Stil hat, gibt es sie sogar in drei verschiedenen Farben.

Alles was Du dazu machen musst, ist Dich 1.) in meine Email-Liste anmelden und 2.) auf meine Willkommens-Email mit folgenden Infos antworten:

  • Deinen Vornamen oder Spitznamen
  • das Datum und Uhrzeit Deiner Party
  • und welche Farbe Du möchtest – rot, gelb oder rosa

(Wenn Du das Datum noch nicht weißt und erst später Deine Kleidertausch Party planst, kannst Du Dich auch jetzt eintragen und später melden. Mein Angebot besteht für alle in meiner Emailliste.)

 

 

Kleidertauschparty Freebie Einladung A4 in rot vorne
Kleidertauschparty Freebie Einladung A4 in rot hinten

Kleidertauschparty Freebie Einladung A4 GELB vorne
Kleidertauschparty Freebie Einladung A4 GELB hinten
Kleidertauschparty Freebie Einladung A4 ROSA hinten
Kleidertauschparty Freebie Einladung A4 ROSA vorne

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

2. kostenlose Freebie: praktische Schilder für Deine Kleidertauschparty

Jeder Stapel an Klamotten sollte eine Beschriftung bekommen, damit man nicht durcheinander kommt. Das macht die Kleidertauschparty deutlich einfacher für alle. Diese Schilder kannst Du direkt downloaden:

Hier kannst Du die Kleidertauschparty Freebie Schilder A4 downloaden. Oder einfach das Bild anklicken.

9 Schilder für die Kleiderstapel Deiner Kleidertauschparty


Und wann machst Du Deine Kleidertauschparty?

Ich würde mich riesig freuen, wenn ich Dich zu einer Kleidertauschparty insprieren konnte.

Und noch mehr freuen würde ich mich, wenn Du Deine Kleidertauschparty mit dem Hashtag #kleidertauschparty posten und mich mit @fraeuleins.gute.stube.blog taggen könntest, damit ich das auch mitbekomme.


Und wie geht es weiter?

Ich habe vor, bald einen Beitrag über tolle Quellen für gebrauchte Kleidung, die Du bestimmt noch nicht kennst, zu schreiben. Und wenn Du den nicht verpassen möchest (was Du nicht solltest 🙂 ), trag‘ Dich doch einfach in meine Emailliste ein.